Playas, Montanita

19-20.01.2008

Die Regenzeit hatte begonnen, sintflutartige Regenfälle ergossen sich täglich über Guayas und das fahren mit der Oro machte so durchgeweicht nicht wirklich Spaß. Die Schuhe wurden täglich mit Zeitung gestopft, waren am nächsten Tag aber immer noch feucht. Ab Sonnenuntergang fielen die Mosquitos über uns her und auf den Straßen krabbelten und flogen Millionen von handygroßen Käfern. Wir beschlossen ans Meer zu fahren, zunächst mal nach Playas.

Morgens in die Regenklamotten, die Oro bepackt, über die Brücke, durch die Stadt und dann nach Westen! An der Peachestation musste meine Frau absteigen, während ich die Kiste über einen schlammigen Pfad um die Station herum fuhr!

Ab dem Kreisverkehr, wo wir nach Süden abbogen hörte der Regen auf! Hurra!

In Playas angekommen suchten wir uns ein (halbwegs) preiswertes Hotel, aßen bei einem Comidor und verbrachten den Tag am Strand. Es war jetzt auch schon deutlich voller, die Urlaubszeit hatte begonnen.

Playasbei Engabao

Am nächsten Morgen brachen wir zeitig auf, ich wollte die Küste in Richtung Salinas rauf fahren. Auf einer kleinen Straße, die ich auf meiner (berüchtigten) Straßenkarte entdeckt hatte. Vollgetankt ging es auf einer kleinen Teerstraße los, super schöne Landschaft, fast kein Verkehr. Dann kam eine Sandpiste, immer noch gut befahrbar (Bild)!

bei Engabaonach Engunga

Hinter Engabao wurde die Piste schon abenteuerlich, wir durchfuhren den ersten Bach,aber das hatte ich ja gesucht. Beim "Faro del Pelado", einem verschlafenen Fischerdorf, in das sich höchstens ein paar einheimische Surfer verirrten, machten wir Pause. Ich konnte meine nassen Schuhe trocknen und alles andere. Weil die Straße hier nicht weiter ging, mussten wir wieder ein Stück zurück und nach längerem suchen und fragen (die wissen nichts) nahmen wir einen kleinen Weg in Richtung Westen. Dieser führte hinter den Salinen und Shrimpsfarmen nach Engunga. Es war "die kleine Straße" aus meiner Map. Ein schmaler Feldweg, mal steinig, mal matschig, aber immer schlecht. Meine Frau stieg ein Paar mal ab, um an den Steilstücken nicht runter zu fallen. Sie hatte wohl auch Angst, das ich mich auf die Nase lege! Wir überquerten noch einen Graben(Bild), danach durch kilometerlangen, knöcheltiefen Matsch, in dem ich mich an einem quer liegenden Bäumchen fest fuhr und wir in den Matsch fielen! Meine Frau protestierte bezüglich meiner Streckenwahl, aber zum umkehren war es jetzt zu spät! Also quälten wir uns weiter durch den Matsch, nach einer Weile wurde es etwas besser und sie traute sich wieder aufzusteigen! Irgendwann war Engunga erreicht und wir konnten wieder auf einer Schotterpiste fahren. Das war wohl die Straße, auf der die Einheimischen zu ihren Feldern am Meer fuhren. Zügig ging es weiter bis Chanduy, wo wir Mittagspause machten! Während wir uns drinnen stärkten, wurden wir von einer Gruppe von Schülern begafft. So dreckige Gringos auf einem versauten Motorrad hatten die noch nie gesehen! Danach machten wir eine Pause am Meer, meine Frau erkundigte sich nach einem Bus nach Guayas, kam dann aber doch wieder! Ich schlug vor, ab jetzt auf der Betonpiste rauf nach Montanita zu fahren und dort im "Charo´s" zu übernachten. Waren ja nur 2 Stunden Fahrt. Wir fuhren von der Küste auf einer holperigen Teerpiste bis rauf zur Autopista, dann über die "Routa del Sol" nach Montanita. Dort angekommen erwartete uns die nächste unschöne Überraschung. "Charo´s" hatte die Zimmerpreise verdoppelt, von 20$ auf 40$ (ja, wir haben jetzt einen Pool). Das war uns zu teuer und wir suchten uns ein billigeres Hotel weiter hinten im Ort. Für 25$ bekamen wir ein kleines Zimmer im Cabanastil, D+WC, löchrigem Mosquitonetz, Balkon mit Hängematte und schöner Aussicht auf´s Meer. Immerhin keine Bettwanzen! Wir aßen zu Abend im Dorf, spazierten noch umher und bestaunten die zahllosen Touristen aus aller Welt. Flowerpower Hippies und Surfer, Studenten und ex 68er, die meisten mit dem Bus angereist, ein Paar mit Mietwagen, mit dem Motorrad nur wir! Am nächsten Morgen waren wir immer noch KO! Die Matschtortour steckte uns noch in den Knochen, die Nacht war schwül heiß und sehr laut und ich hatte 5 neue Mosquitostiche! Dabei war es erst Samstag! Eine weitere Nacht hier wollten wie uns ersparen, also fuhren wir heim!

im DreckMontanitaBalkon mit Ausblick