09-10.09.2016

 

Reise zum "XJ-FJ Motorradtreffen" auf dem Campingplatz Trendelburg (nördlich von Kassel).

Am Tag vorher die FJ mit meinem üblichen Campingquipment beladen, für ein Wochenende natürlich weniger Kleidung, Verpflegung, kein Werkzeug oder Ersatzteile... 

Auch kein Klappstuhl, denn die Reparatur meines Stuhls ist leider fehlgeschlagen. Dafür noch ein 5l. Bierfässchen, das ich den übrigen Forums-Mitgliedern spendieren will. 

Am Abend kurz vor Mitternacht gibt es noch Unklarheiten, wer und wie viele überhaupt kommen... Ich gehe besorgt schlafen! Am nächsten Morgen hat sich die Sache immer noch nicht geklärt. Es werden wohl nicht viele kommen. Daher lade ich am Morgen das Fass wieder aus...

Morgens um 9 Uhr rolle ich los, zunächst in Richtung Osten, dann irgendwann im tiefsten Sauerland schwenke ich nach Norden. Immer auf kleinen Straßen und immer nach Karte. Das Navi habe ich zwar eingesteckt, will es aber nur im äußersten Notfall verwenden. Navi macht dumm! 

Am Biggestausee mache ich eine erste Rast, trinke einen Schluck aus meiner Feldflasche und schiebe mir zwei Schokoriegel in den Hals. Dann weiter in Richtung nord/osten. An der Aabachtalsperre dann eine längere Mittagspause. Ich schmiere mir ein Paar Marmeladenbrote und sehe ein Paar hübschen Rollerbladerinnen beim Sport zu. Eine Runde um den See sind ca. 9km, gut asphaltiert und bei der lokalen Dorfbevölkerung (Brilon, Marsberg) sehr beliebt, wie mir eine von ihnen bei einem kurzen Gespräch mitteilt. Ich trinke noch einen ordentlichen Schluck und dann geht es weiter. 

 

Bei einer weiteren Rast irgendwo im Nirgendwo entdecke ich an einer winzigen Nebenstraße noch zwei äußerst neugierige Pferde, die ich um ihr Fliegenproblem nicht beneide... meine Feldflasche ist inzwischen fast leer. Sie haben Fliegen, ich habe Durst! Die Kühe findens auch nicht so toll... machen ein Riesenspektakel. Das hat aber nichts mit mir zu tun...

Am späten Nachmittag, über Borgentreich, erreiche ich dann Trendelburg. Der Tag war sehr warm, die Fahrt trotz zahlreicher Pausen und sehr gemächlichem Tempo anstrengend. Ich hatte wieder zu wenig Wasser dabei. Beim Losfahren auf einem Schotterparkplatz wäre mir dann auch noch um ein Haar... die FJ nimmt in Horizontallage sicher mehr Schaden als die XJ. 

Auf dem Zeltplatz angekommen, frage ich natürlich erst mal nach den anderen Motorradfahrern. Ich bin der erste...der einzige...und das bleibe ich auch. Niemand sonst ist da, niemand hat auch nur ein Zimmer reserviert, noch nicht einmal der Veranstalter (Norbert) lässt sich blicken. Der totale Reinfall!

Ich nutze die letzten Stunden des Tages für einen ausgiebigen Spaziergang um die Burg. Im Ort gibt´s nicht viel zu sehen, einige halb verfallene alte Häuser, geschlossene Geschäfte, auch der lokale Imbiss (Döner) hat zu. Das Burgrestaurant hätte geöffnet, aber...Chateaubriand für 36,50€/Person ist nicht meins... leider!

Für mich gibt´s statt dessen Spaghetti mit Kania-Fix und Chorizo Wurst von Aldi/Lidl. Dazu noch einen selbst gekochten Kaffee mit Milchpulver. Dann verziehe ich mich in meinen Schlafsack, friere nur leicht an den Ohren, bekomme dafür aber spontanes Fernreisefieber. Allerdings bin ich dafür nicht richtig ausgerüstet, zu wenig Equipment und auch "das falsche Motorrad"! Das merke ich schon, als ich am nächsten Morgen das beladenen Motorrad von der noch feuchte Wiese fahren will... keine 5m, keine Schräge...fast geradeaus... trotzdem geht das Hinterrad weg und ich slide über´s Gras! 

Am Abend frage ich nach free-W-Lan. Gibt´s nicht, nur einen T-online Zugang für 4,99€/Tag. Angeblich wegen des häufigen Datenmisbrauchs... nee ist klar! Kostenlose Duschen gibt es auch nicht (1€) und auch keine Küche/Aufenthaltsraum. Dafür eine Kneipe... die waren am Abend dann auch laut. Besoffene alte Männer, die dafür aus´m nächsten Dorf hierher kommen (12km)! 

http://www.campingplatz-trendelburg.de/no

+ Zeltwiese, Dusche, Toilette, alles sauber

+ Preis optisch günstig

+ freundliche Bedienung (er)

- kein gratis W-Lan (5€)

- keine gratis Dusche (1€)

- keine Küche, Frühstücksraum

- Kneipenlärm

- Straßenlärm (auch in der N8)

- viele Bäume (Dreck von oben)

 

Am nächsten Morgen dann bei Morgennebel meine Klamotten gepackt, die 9€ gezahlt und mich dann leicht frustriert auf den Heimweg gemacht. Der Nebel und auch meine miese Laune haben sich dann schnell verzogen. Unterwegs noch nach 322km 15,72l getankt, die langsame Fahrt und die 3,0v./3,5h. haben den Verbrauch gedrückt. Immer noch deutlich mehr als die XJ, aber die lange Übersetzung ist ja auch noch nicht drin. Die Mittagspause habe ich dann am Rhein-Weser-Turm gemacht, danach ging es ja fast nur noch nach unten...

Zurück in Köln lade ich das Motorrad ab, hänge mein Zelt und alles andere zum Lüften/Trocknen aus und denke noch: Gut, das ich das Fässchen nicht mitgenommen habe!

 

Edit: Zurück in Köln ist jetzt bei 330km das erste mal kurz die rote Lampe (Reserve) angegangen. Schätze, das jetzt so ca. 15l in den Tank gehen würden. Das entspricht 4,55l/100km. Mit voll bepackter Maschine, Tankrucksack, Seitenkoffer, Gepäckrolle und Zelt... mit längerer Übersetzung geht vielleicht noch ein halber Liter weniger. enlightened