Vorwort: Deutschland ist ein Land der Geschichtenerzähler. Gebrüder Grimm, Baron Münchhausen, Karl May. 

Auch heute noch gibt es Menschen, die ihr Brot damit verdienen, unglaubliche Geschichten zu erzählen. Gerne werden sie von Presse, Funk und Fernsehen (Lügenpresse) eingeladen und präsentiert. Ob ihre Geschichten glaubwürdig oder gar plausibel sind... egal. Homer Simpson würde sagen: Wir sind die Generation TV. Wir glauben alles was uns gezeigt wird und haben es 5 min. später vergessen.

Verglichen mit diesen "Geschichtenerzählern" verblassen wir normalen Motorradreisenden natürlich.

Daher habe ich mir gedacht: Das kann ich auch!

 


 

Geschichten, die der Motorrad-Einheits- Presseverlag sofort veröffentlichen würde:


 

Teil 1: Reise durch das Tuka-Tuka Land/ Lebensgefährlicher Treibsand

Es geschah in einem fernen Land vor nicht allzu langer Zeit...
Ich fuhr mit meinem treuen Eisenross eine einsame Straße/Weg an der Küste.
Das Wetter war schön, die Landschaft malerisch und ich war bester Stimmung. 
Auf einer kleinen Anhöhe stoppte ich mein Motorrad, weil vor mir sich eine Senke/Sandloch auftat, welches ich durchqueren musste. Ich überlegte nicht lang, gab meinem Eisenross die Sporen und fuhr hinein. Doch, oh weh, noch eh ich mich versah, blieb mein treues Eisenross stecken im tiefen Sand und sank augenblicklich ein, bis über das Schutzblech. Ich gab Gas und Gas, doch sank nur immer tiefer. Ich bekam Panik, keine Luft mehr, riss mir den Helm vom Kopf und schleuderte ihn weit voraus über die gegenüberliegende Böschung. Ich war verzweifelt... was sollte ich tun? Meinen treuen Begleiter zurück lassen, mit allem Gepäck und versuchen, feig mein eigenes Leben zu retten? 

Doch da kam mir eine rettende Idee! 

Ich griff mit der linken Hand auf meinen Kopf in mein damals noch volles Haupthaar und begann zu ziehen! Ich zog und zog, ignorierte den Schmerz und tatsächlich...nach einer gefühlten Ewigkeit begann das Vorderrad aus dem Treibsand hoch zu kommen... Ich gab Vollgas, mein treues Eisenross machte einen mächtigen Satz die gegenüberliegende Sanddüne hinauf und wir beid flogen im hohen Bogen in den Sand. Ich nach links, mein treues Eisenross nach rechts...

Nach einer Weile erhob ich mich benommen, torkelte zurück, sammelte meinen Helm auf und ging zu meinem Motorrad. Zum Glück war meinem treuen Kameraden nichts passiert und nachdem ich es aus dem Sand gestemmt hatte, sprang es auch sofort an. Erleichtert wollte ich meinen Helm aufsetzten und stellte mit Entsetzen fest, das ich mir bei meiner verzweifelten Rettungsaktion fast sämtliche Haare ausgerissen hatte. 

Doch dieses Opfer war es mir Wert, meinen treuen Kameraden zu retten, meine Ausrüstung und auch mein eigenes Leben. 
Ich setzte meine Motorrad- Abenteuerreise fort und nur manchmal denke ich darüber nach, was ich demnächst in ähnlicher Situation machen würde. 

Dann stehe vor dem Spiegel und bete zum Herren: Oh Herr, ich bin gepeinigt mit einer ziemlich kahlen Platte!



Köln 02.03.2016



Peter von Michelhausen, Motorrad Abenteuer-reisender


 


 

Reise durch das Tuka-Tuka Land Teil 2, Eine Einladung zum Essen

Nachdem ich meinen ersten Tag an der Küste heil überstanden hatte, setzte ich meine Reise ins Innere des Tuka-Tuka Landes fort. Ich mied größere Städte, suchte nur zum Tanken die moderne Zivilisation auf und blieb ansonsten auf den kleinen Straßen und Pfaden, wo es noch echte Abenteuer zu entdecken gab.

Abends schlug ich mein Lager in der Nähe eines mir unbekannten Negerdorfes auf, baute mein Zelt auf, zog meine Zivilkleidung an und kochte mir ein einfaches Mahl auf meinem Klappgrill. Ich hatte in einer TV-Dokumentation des großen Abenteurers „Bier Grill“ gesehen, wie er sich „roadkill“, also überfahrenes Getier vom Straßenrand zubereitet und gegessen hatte. Ich dachte, wenn der das kann, dann kann ich das auch. Schon der erste Bissen schmeckte gar grauslich und nachdem ich intensiv an meinem Abendessen gerochen hatte, war mir jedweder Hunger vergangen und ich warf es im hohen Bogen in die Büsche. Ich hatte innerlich bereits beschlossen, hungrig zu Bett zu gehen, als eine Gruppe Neger aus dem Negerdorf kam und mich aufforderte sie zu begleiten. Sie hatten Speere und Lanzen dabei, also folge ich ihnen ohne Widerspruch.

Im Dorf angekommen, wurde ich zum Häuptling des Negerstammes geführt. Er kam mir merkwürdig bekannt vor. Zu meiner großen Überraschung sprach er mich auf Deutsch mit starkem bayrischen Akzent an. Er sagte, sein Name wäre König Roberto. Er und seine Frau wohnten eigentlich in München und wären nur hier im Urlaub um die alten Stammestraditionen zu pflegen und sie würden mich gerne zum Essen einladen.

Ich war erleichtert und freute mich sogleich auf ein leckeres Mahl. In der Mitte des Dorfplatzes stand ein großer Kessel voll Suppe und als er kochte kamen sie zu mir herüber und meinten es wäre jetzt so weit das Fleisch hinzu zu geben. Zu meinem großen Entsetzen packen sie mich zugleich, hackten mir mein rechtes Bein am Unterschenkel ab und die blonde deutsche Frau des Häuptlings warf es in den Topf. Negerhäuptling Roberto lächelte und sein blendendes Zahnpasta -lächeln kam mir mit einem mal gar grauslich vor. Was erwartest du, ich bin doch in ganz Deutschland dafür bekannt, das ich das Fleisch junger deutscher Frauen bevorzuge. Nun, meine Frau kocht viel zu gut, um selbst gekocht zu werden und auch wenn es mir persönlich um dich ein wenig Leid tut, die Tradition verlangt es nun einmal. Zum Trost reichte man mir die Korbflasche, in der sich hochprozentiger Negerschnaps befand und der schon die ganze Zeit herum gereicht und gekostet wurde. Ich trank einen großen Schluck, er brannte wie Hölle, etwas über den Beinstumpf und es ging mir besser....etwas!

Mir war nicht wohl bei dem Gedanken, Teil der Tradition eines Kannibalen Negerstammes zu sein, doch an Flucht war nicht zu denken... also ergab ich mich in mein Schicksal. Nach kurzer Zeit war mein Unterschenkel gar und die Frau brachte ihn dem Negerkönig Roberto. Dieser grinste nochmals mit seinem berüchtigten Zahnpasta -lächeln und bis hinein. Doch sogleich verzog er das Gesicht, spuckte mein Fleisch aus und grunzte angewidert: Das schmeckt ja gar nicht! Er gab den Unterschenkel weiter und auch die anderen Kannibalen -neger rochen und kosteten von ihm. Sie alle verzogen angewidert das Gesicht und nach kurzer Runde landete er irgendwo in den Büschen. Jetzt stellt euch nicht so an, ihr seit ja wie meine Ex-Frau rief ich wütend, obgleich der Ohnmacht nahe...

Negerkönig Roberto gucke verdutzt, dann lachte er aus vollem Halse und nachdem er es in Kannibalen -sprache übersetzt hatte, lachte der ganze Stamm. Negerkönig Roberto flüsterte dem Medizinmann des Kannibalen -stammes etwas ins Ohr. Dieser kam sogleich zu mir herüber und gebot mir eine komische grauweiße Wurzel zu essen. Mit Füllung schmecke ich auch nicht besser, antwortete ich. Negerkönig Roberto lachte nochmals, gebot mir aber ebenfalls davon zu essen. Also aß ich die Wurzel. Es war wohl eine Heilpflanze, denn die betäubende Wirkung ließ mich sofort einschlafen.

Ich erwachte am nächsten Morgen in meinem Zelt. Ich kroch immer noch benommen hinaus ins Freie. Es war noch früh am Morgen und ich setzte mich erst mal hin. Zu meiner großen Überraschung stellte ich fest, das ich noch/wieder beide Beine hatte. Ich taste mein rechtes Bein ab und bemerkte lediglich, das die Haut ungewöhnlich zart war. Dann machte ich eine Geruchsprobe. Mein neues rechtes Bein roch gar nicht, mein linkes hingegen extrem nach Käsefüßen. Kein Wunder, jahrelanges Motorrad fahren, den ganzen Tag in stinkigen Stiefeln... kein Wunder, das das dem verwöhnten Kannibalen -gaumen nicht gemundet hat. Leise schlich ich mich in das Lager der noch schlafenden Kannibalen um meine fehlenden Sandale zu suchen. Diese war auch schnell gefunden. Ich machte noch einen Abstecher in die Lehmhütte des Medizinmanns, um ihm einige der Wurzeln zu entwenden, ebenso den Vorrat an Hochprozentigem, da mein Tank schon bedenklich leer war. Das war zwar Diebstahl, ich fand es aber angemessen, angesichts der Ereignisse vom Vorabend.

Zurück an meinem Lager belud ich rasch mein treues Eisenross, sprang in meine Motorrad Kleidung, füllte den selbst gebrannten in den Tank und ließ das Kannibalen -dorf so leise und so schnell hinter mir wie es nur ging.

Nach einer guten Stunde fahrt hatte ich das grausliche Erlebnis der letzten Nacht fast vergessen und ein breites Grinsen im Gesicht. Dies mag zum einen am Tankinhalt gelegen haben, der mir in die Nase stieg, zum anderen freute ich mich schon darauf, meinem alten Freund Reinhold Messner, bekannter Bergsteiger und Erfinder des gleichnamigen Tees, eine der Wurzeln zu überreichen. Ihm waren einst im Himalaya durch meine Schuld mehrere Zehen und um ein Haar der ganze Fuß ab gefroren, doch das ist eine andere Geschichte.

 

Köln, 04.03.2015


 

Peter von Michelhausen

 

 

Reise durch das Tuka-Tuka Land Teil 3,Der alte Mann und der Scheinriese

 

Ich fuhr auf einer staubigen Piste dem Sonnenuntergang entgegen. Das klingt zwar romantisch, heißt aber eigentlich nur, das es gleich dunkel wird. Schlagartig und so dunkel wie in einer Bärenhöhle. Also wurde es Zeit, mir schnellstmöglich einen Lagerplatz zu suchen. Ich wollte weder im Dunkeln Motorrad fahren, noch mein Zelt aufbauen.

Wie der Zufall es so wollte, entdeckte ich einige Meter abseits ein kleines Lagerfeuer, an dem ein alter Mann saß. Also wendete ich mein Motorrad, fuhr hin und fragte ihn höflich, ob ich ihm Gesellschaft leisten könnte. Er willigte ein und ich setzte mich zu ihm. Ich fragte ihn, was er hier machen würde in der Einsamkeit. Er sagte, er würde auf einen Freund warten, das er gleich käme und ich versuchen sollte, weder zu erschrecken, noch gleich fort zu laufen. Ich verspannte mich innerlich und dachte sogleich wieder an Kannibalen. Doch der alte Mann beruhigte mich. Nein, mein Freund ist ganz harmlos... übrigens, da hinten kommt er schon. Ich blickte zum Horizont, konnte aber außer einer großen Staubwolke nichts entdecken. Doch dann erkannte ich etwas. Es war ein riesiger Fuß, darüber ein riesiges Bein und darüber waren bereits die Wolken und nichts mehr zu erkennen. Ich erschrak als ich das Ungetüm näher kommen sah, doch der alte Mann wiegelte ab. Das ist mein Freund, er ist ein Scheinriese.

Ich setzte mich entspannt wieder hin und antwortete: Ach so, das kenne ich!

Der alte Mann blickte verdutzt, ob meines schnellen Stimmungsumschwungs und fragte, woher ich den Scheinriesen kennen würde. Den gäbe es doch nur hier!

Ich antwortete ihm: Nein, als ich damals mein Weltreisemotorrad kaufen wollte, da sah ich im Fernsehen und in den Zeitschriften aus dem Motorrad-Einheits-Presseverlag nur die alles anderen überragenden Motorräder von BMW und KTM. Doch je näher ich sie mir ansah, ihre Tauglichkeit fürs Reisen, die Kosten für Inspektion und Unterhalt, die Langzeitqualität, die Reparaturfreundlichkeit, um so kleiner wurden sie.

Am Ende stellte ich mir die Frage, ob ich nicht besser gleich mit einem gebrauchten Damenrad losfahren sollte!

Zum Glück habe ich dann Yamaha entdeckt, die da ist das genaue Gegenteil. Auf den ersten Blick ein unscheinbares Motorrad. Aber mit jedem Tag, jedem Kilometer den ich Reise, wächst sie in meiner Achtung und auch meine Zuneigung zu ihr.

Ja, ich weiß genau was ein Scheinriese ist!

Während wir uns unterhielten, war der Freund des alten Mannes zu uns heran gekommen und als er vor uns stand, war er kein Stück größer als wir. Er sagte sein Name wäre Herr Tur Tur.

Er setzte sich zu uns und ich holte einen Krug mit selbst gebranntem Schnaps.

Ich erzählte ihm, das ich ihn von Kannibalen Negerkönig Roberto habe und was mir bei ihm widerfahren war. Die beiden nickten und sagten: Ja, den kennen wir, das macht der jedes Jahr. Das ist Tradition bei denen, dafür darf man ihnen nicht böse sein. Meist verspeist er seine junge Deutsche Frau oder Freundin. Aber an der jetzigen scheint er ja zu hängen, wenn er sogar einen alten Motorradreisenden vorzieht. Wir lachten, der Schnaps tat seine Wirkung, irgendwann kippte ich rücklings um und schlief sofort ein.

Als ich am nächsten Morgen erwachte, war der alte Mann fort und auch der Scheinriese. Ich brachte mit etwas Zunder das Feuer wieder zum Brennen, kochte mir erst mal einen Kaffee und nach einer ausgiebigen Mahlzeit setzte ich meine Reise fort. Zelt abbauen, packen oder umziehen musste ich mich ja nicht, der selbst gebrannte hatte das alles irgendwie verhindert...

 

 

 

Köln, 04.03.2016

 

 

Peter von Michelhausen

 

 

Reise durch das Tuka-Tuka Land Teil 4, Das wahre Grauen, Motorrad-Reise-Touristen

 

Ich fuhr in ein kleines Dorf/Stadt, da ich meine Treibstoffvorräte auffüllen musste. Schon von weitem hatte ich das große Schild einer lokalen Tankstellenkette gesehen und fuhr an die erste freie Säule. Ich ließ den Negerjungen den Tank füllen und ebenso alle mit mir geführten Kanister, Plastikflaschen und sonstigen Behältnisse.

Ich zahlte meine Rechnung, bestieg mein Motorrad und wollte mich gerade wieder auf den Weg machen, als zwei andere Motorradfahrer vorfuhren. Der erste an die Säule, der zweite versperrte mir ungeschickt den Weg. Es waren, wie ich unschwer übersehen und überhören konnte, zwei Münchner auf ihren BMW-GS, die mich sofort mit einem Wortschwall überfielen.

 

Wer ich denn wäre, wie die Reise in Afrika ganz ohne „richtiges Weltreise-Motorrad“ und das sie „echte Motorrad- Abenteuer Reisende“ wären, mit richtigen Motorräder auf dem Weg von München nach Kapstadt! Sie klagten, das sie unterwegs immer wieder von den Einheimischen mit Steinen beworfen werden, die Straßen wären zu schlecht, die anderen Verkehrsteilnehmer rücksichtslos, die Polizei korrupt und der Service in den Dschungel- Lodges eine Katastrophe.

Ich fragte: Hotel, ihr habt doch ein Zelt dabei und komplette Campingausrüstung. Sie sagten, das sie schon über 50 Tage unterwegs wären und die noch nie benutzt hätten. Statt dessen würden sie immer in 4-5 Sterne Hotels übernachten, die würden eigentlich 200-300$ pro Nacht kosten, aber da sie Red. vom Motorrad-Einheits-Presseverlag wären, bekämen sie einen Presserabatt.

Ich schluckte und betrachtete die zwei Motorrad- Abenteuer- Reise Darsteller genauer.

BMW-GS, Schuberth-Helm, Rukka Kombi, natürlich das ganze sinnlose und überteuerte Touratech-Gedöns, dazu noch Hilleberg-Zelt und Yeti-Schlafsäcke.

Unwillkürlich sah ich mich um, da mich das starke Verlangen überkam, die zwei Clowns mit einem Stein zu bewerfen...

Statt dessen setzte ich etwas zurück, gab meinem Motorrad die Sporen und ließ sie überrascht und wortlos zurück. Ich habe später erfahren, das sie nachdem sie und Motorräder mit dem Flugzeug zurück in Deutschland waren, umgehend die große „Motorrad-Weltreise Vermarktungsmaschine“ angeworfen haben. Das Buch, die CD, der Diavortrag und natürlich diverse Artikel in den Magazinen des Motorrad-Einheits-Presseverlags.

 

Köln, 05.03.2016 

 

Peter von Michelhausen

 

Reise durch das Tuka-Tuka Land, Teil 5 Über den Eselspfad

 

Nachdem ich die Stadt, die Zivilisation, die Menschen hinter mir gelassen hatte, fuhr ich auf einer kleinen staubigen Piste weiter gen Süden. In einem Tal kam ich an eine Brücke, die leider eingestürzt war, Reifenspuren von LKW führten jedoch seitlich weiter den Fluss entlang. Ich folgte der Spur der LKW und fuhr auf einem winzigen Weg weiter das Tal hinauf. Die grobe Richtung stimmte ja. Irgendwann endete der Weg und vor mir waren nur noch Felsen. Links der Berg, rechts der Fluss. Ich überlegte was zu tun war. Nachdem ich abgestiegen und meine Motorrad Klamotten gegen normale Kleidung getauscht hatte, machte ich mich zu Fuß auf den Weg. Zwischen und über die Steine führte ein Pfad, an den steilen Stellen sogar mit Holzleitern und führte weiter das Tal hinauf. Nach ca. 3km erreichte ich die andere Seite des Berges. Dort war ebenfalls eine Art Parkplatz und von dort auch wieder ein fahrbarer Weg. Ich traf einen einheimischen Negerjungen der mir erklärte, das kleine Zwischenstück würden alle Waren von den LKW abgeladen und auf dem Rücken von Trägern transportiert. Ab hier ginge es dann wieder auf anderen LKW weiter. Leider aber nur während der Erntesaison und die sei gerade vorbei. Alle Träger sind weg!

Ich bedankte mich und ging zurück zu meinem Motorrad. Unterwegs überlegte ich was zu tun sein. Zurück wollte ich nicht, fahren konnte ich nicht und Träger waren auch nicht verfügbar. Ich entschloss mich, mit meinem Original Yamaha Bordwerkzeug das Motorrad zu zerlegen und es dann selbst Stück für Stück auf die andere Seite zu tragen. Ich legte mein Footprint als Unterlage aus und legte los.

Nach 2 Tagen hatte ich das Motorrad auseinander gebaut. Die Schrauben, Muttern und U-Scheiben in kleinen Plastikbeuteln nach Bauteilen sortiert und die Motorrad Teile in halbwegs tragbaren Portionen sortiert. Diese transportierte ich nun Stück für Stück auf die andere Seite. Pro Tour benötige ich ca. 2 Stunden. Nach 3 Tagen hatte ich das Motorrad auf der anderen Seite, ebenso das Gepäck. Jetzt baute ich es wieder zusammen... dafür brauchte ich ebenfalls 2 Tage, es fehlte am Ende nichts und war auch keine Schraube über.

Ich war unglaublich aufgeregt, als ich nach vielen Tagen unmenschlicher Plackerei zum ersten Mal den Startknopf drücken konnte. Sie orgelte nur kurz und sprang problemlos an. Nach einer kurzen Probefahrt, lud ich das Gepäck auf und machte mich wieder auf den Weg. 

 

Köln, 05.03.2016

 

 

Peter von Michelhausen

 

 

Reise ins Tuka-Tuka Land Teil 6, Der weise Mann und der Bart der Wahrheit

 

Ich kam in ein abgelegenes Bergdorf, wo ich anhielt um meine Vorräte aufzufüllen und mit den einheimischen Negern ins Gespräch zu kommen. Sie freuten sich sehr, denn ich war wohl der erste weiße Mann seit langem, der erste Deutsche der sie besucht aber in jedem Fall. Während ich meinen Benzinvorräte aus einem Fass füllen lies, berichteten sie stolz, das in ihrem Dorf ein weiser alter Mann lebt, der anhand seines Bartwuchses feststellen kann, ob jemand lügt oder die Wahrheit spricht.

Ich war neugierig und besuchte den alten, um ihn auf die Probe zu stellen.

"BMW baut die besten Motorräder die ich kenne", sagte ich zu ihm und mit einem mal begann sein Bart zu wachsen und ward einen halben Meter länger.

Ich erzählte ihm von meinen Erlebnissen in der letzten Zeit, den Kannibalen, dem Scheinriesen...alles wahr, doch sein Bart wuchs und wuchs. Irgendwann krümmte sich der alte nur noch vor Lachen am Boden und ich gab auf. Ich lächelte höflich, war aber innerlich am Kochen. Der alte hatte zwar einen irren Bartwuchs, konnte aber keinesfalls Wahrheit und Lüge auseinander halten. Doch das behielt ich schön für mich. Schließlich war ich zu Gast und wollte nicht noch im Kochtopf enden...

Also verabschiedete ich mich höflich und ging Schlafen in mein Zelt, welches ich auf dem Dorfplatz aufgeschlagen hatte.

Als ich ich am nächsten Morgen wieder auf den Weg machen wollte, kam eine Negerfrau zu mir. Sie sagte, sie hätte aus dem Bart des alten ein Seil geflochten und das wollte sie mir schenken. Das wäre so Tradition. Nun, ich hatte gelernt Traditionen zu achten, bedankte mich artig, packte es ein und machte mich wieder auf den Weg. Ich hatte nicht die geringste Ahnung, was für ein unglaubliches Geschenk ich gerade erhalten hatte.

 

Köln, 05.03.2016

 

 

Peter von Michelhausen

 

Wird fortgesezt!