Die letzten Wochen in Guayaquil

 

Nach der letzten Reise wurde das Wetter immer schlechter und die Straßen in die Berge waren vom vielen Regen weg gespült und gesperrt. An der Küste tobte der Tourismus, die Strände waren voll und die Hotels nahmen Wucherpreise.

 

Zimmer, die außerhalb der Saison 20$ gekostet hatten (was auch schon teuer war) kosteten jetzt das doppelte. Falls überhaupt noch Zimmer zu haben waren. Daher blieben wir zu Hause und machten einige Ausflüge in die Stadt. Die war jetzt auch nicht ganz so voll und die Straßen nicht ganz so verstopft.

 

Wie auf den Fotos zu sehen, war meine Alarmanlage defekt. Das Gehäuse war nicht wasserdicht und die Platine fing an zu rosten. Bei Oromoto besorgte ich mir eine neue. Bei der Gelegenheit ließ ich auch den Tacho und Drehzahlmesser reparieren. Ich bekam ein neues Armaturengehäuse und einen neuen Winkeltrieb für die Tachowelle. Danach funktionierte die Anzeige einwandfrei.

 

Links eine typische Bushaltestelle in Guayas. Rechts unser Supermarkt, so groß wie ein Praktiker.

Links ein großes Einkaufszentrum in Guayas. Rechts eine Straßenkreuzung in Duran mit einem typischen Citybus.

Links die Fresszone im Einkaufszentrum. Rechts die Vorstadt von Guayas Duran.

 

Familienzuwachs

Eines Abends, als wir mit dem Hund Gassi gingen, hörte ich aus einem Müllhaufen am Straßenrand ein Geräusch. Ich sah nach und fand in einem Pappkarton ein Paar kleine Katzen. Wir nahmen die Hand voll Katze mit und päppelten sie zu Hause mit Milch aus einer Spritze auf. Die dunkle Katze war kleiner und schwächer als die andere und hatte sogar die Augen zu. Nach ein Paar Tagen waren sie aber wieder bei Kräften.

 

 

Unterwegs mit dem Bus in Guayas

Blick von Guayas aus dem Bus auf Duran am gegenüber liegenden Ufer.

 

Blick vom Citybus auf die Ausfallstraße von Guayas.

Blick von der Brücke auf Duran (2008), wo jetzt der neue Bahnhof der Linie Duran-Alausi gebaut wurde.

 

Duran, Blick von der Brücke (2008). Jetzt sieht es dort ganz anders aus. Neuer Bahnhof, Malecon de Duran, eine schicke Flaniermeile direkt zwischen Bahnhof und Rio Guayas.

 

Hier noch ein Paar Bilder von einem Ausflug in Richtung Süden. Weil rechts und links der Straße aber nur noch Wasser war und die Nebenstrecken ab-gesoffen, haben wir nach ca. 100km aufgegeben und um-gedreht. Wo nur noch Wasser ist, ist halt kein Durchkommen.

Auf dem mittleren Foto, wo der rote LKW durch die Fluten fährt...wir sind da mit dem Motorrad durch...

 

Die letzten Tage...

Um das Motorrad vor Rost&Gammel während unserer Abwesenheit zu schützen, habe ich einiges an Arbeit investiert.

Motorrad zum OROMOTO-Händler gebracht und letzten Ölwechsel machen lassen. Danach das Motorrad teildemontiert und die Teile oben in der Wohnung "sicher" eingelagert. Den Rest des Motorrads mit Fett eingepinselt. Das Motorrad bei meiner (ex) Schwiegermutter untergestellt und mit alten Laken abgedeckt.

Wir haben versucht, das Motorrad abzumelden, oder zumindest die Steuer zu bezahlen. Leider war das nicht möglich. Das Motorrad war nach fast 4 Monaten immer noch nicht im Computer der Straßenverkehrsbehörde ordnungsgemäß erfasst. Das ist besonders ärgerlich, weil die Steuer ja prinzipiell seit 2008 jedes Jahr weiter läuft... sollte ich also irgendwann mal nach Ecuador zurück kehren, werde ich evtl. schon am Flughafen als "Steuerhinterzieher" verhaftet!

Nachdem das Motorrad sicher ist und auch die Wohnung aufgeräumt und alles zu gedeckt, der Kühlschrank ausgeräumt und abgestellt, packten wir unsere Koffer und fuhren mit dem Taxi Abends zum Flughafen. Dort angekommen, erwartete und eine "schöne" Überraschung. Die IBERIA-Maschine war über-bucht und wir konnten nicht mitfliegen. Also wurden wir mit den übrigen "Pechvögeln" im Shuttlebus in die City ins "Grand Hotel Guayaquil" gebracht, wo wir bis zum nächsten Abend blieben. Eigentlich ein schönes Hotel, in etwa wie ein altes DDR-Hotel Interconti...große Zimmer, viel Komfort, aber alles ziemlich alt und unmodern.

Am nächsten Abend hatten wir mehr Glück. Die Maschine war natürlich schon wieder über-bucht.  Die Iberia Mitarbeiterin fragte uns sogar ernsthaft, ob wir noch eine Nacht im Hotel verbringen möchten...nein, wir möchten nicht! Der 18 Stunden Rückflug war lang, aber ereignislos. Am Zoll wurden wir nicht kontrolliert und so kam der äquatorianische Käse bei der Verwandtschaft in Deutschland sicher an...

Die ersten Wochen in Deutschland waren fast irreal. Alles hatte sich geändert. Meine XJ war auf einmal winzig klein (niedrig), der Straßenverkehr sehr entspannt, die Luft ungewohnt sauber und auch fast kein Dreck am Straßenrand... Meine Kollegen auf der Arbeit erkannten mich zumindest wieder, waren aber leicht angefressen wegen meiner Urlaubsbräune und den Fotos aus Ecuador, die ich ihnen geschickt hatte.. "Bier, Hängematte, 38° und Sonne". In Kartoffeldeutschland war Winter gewesen und es wurde gerade erst etwas warm!

 

ENDE

 

PS: Ich hoffe Dir/Euch hat meine Reisereportage gefallen. Über einen Eintrag ins Gästebuch würde ich mich freuen.