Rundeise Europa Teil1: Südrunde

Luxemburg, Belgien, Frankreich, Spanien, Portugal

https://photos.google.com/story/AF1QipNeTsvVs1ZLqSq0a7H5ZHKfVwb2brMrOk3dzzq6G7C5IOCSUWM1ihQ42B7pxPhXBQ

auch bei Google Fotos

Ich habe einige (wenige) Fotos auf der Panoramio Seite hoch geladen.

Die Location der Reise, mehr Western geht nicht! Warte auf Clint Eastwood oder John Wayne!!!

Alle Fotos auf der Panoramio-Seite in voller Auflösung!

 

 

Sonntag, Abfahrt aus Köln

Sonntag morgen 7 Uhr starte ich mit dem bereits am Vorabend gepackten Motorrad in Richtung Luxemburg. Nach ca. 2h bin ich bereits kurz vor Dasburg, als mich eine Umleitung vom Ziel abbringt. Wieder einmal ist die Straße gesperrt. Das war sie auch schon vorher, war aber nach Jahren endlich frei gegeben worden. Die Umleitung leitet mich nach Luxemburg, wo mich direkt eine weitere Umleitung erwartet. Ich gebe auf und fahre weiter in Richtung Westen, wo es auch noch andere Tankstellen gibt. Dasburg kann man echt vergessen. Außerdem ist der Sprit auch nur 10 Cent billiger als in Deutschland. Nach dem Tankstop und kurzer Pause, geht es weiter in Richtung Verdun. Zunächst auf einer sehr schönen Straße durch ein Tal, dann weiter durch schöne waldige Landschaft. Belgien ist nur ein kurzer Zwischenstopp. Dann weiter nach Frankreich. Die Gegend um Verdun ist zwar sehr schön, aber wegen der vielen Soldatenfriedhöfe mit unzähligen Kreuzen ist es, als würde man auf einem Friedhof mit dem Motorrad herum fahren. Muss ich kein zweites Mal haben.

In Frankreich in Richtung Süden wird die Landschaft flacher, die Straßen gerader, aber auch schlechter. Das "D" bei den Regionalstraßen  steht für "damage" defekt. Daher bekomme ich auch bald heftig "Gesäßschmerzen". Wegen der schweren Ladung fahre ich mit 3,5 Bar. Viel weniger geht nicht, sonst flattert der Lenker und sie schlingert wie ein Schiff in schwerer See. Irgendwann fahre ich mit leichten Bauchschmerzen die erste französische Tankstelle an. In der Infobroschüre des ADAC habe ich gelesen deutsche Visakarten würden am Tankautomaten nicht akzeptiert. Ich versuche es trotzdem und...es klappt. Hat der ADAC also wieder quatsch geschrieben! Zum Glück muss ich nur alle 370-410km tanken. Je nach Reisegeschwindigkeit. Bei 70km/h schaffe ich 410km, bei 80km/h nur noch 370-380km, bei 100km/h nur noch 300km. Der Verbrauch steigt extrem und der Lärm auch. Ich habe ja keinen 1000€ Schuberth-Helm, sondern nur meine alte HJC Eierschale von 2008. Der Helm hat eine gute Durchlüftung, ist aber schon ab 80km/h laut!

Nach vielen Stunden geradeaus fahren und einigen kurzen Kaffee&Pinkelpausen erreiche ich am Abend um 21 Uhr den Zeltplatz Volvic in der Nähe von Clermont-Ferrant. Den hatte ich im Internet aus gekundschaftet, weil er schön aussah und günstig war (9,50€). Leider war um die Zeit niemand mehr da und ist stand vor verschlossener Schranke.  Auf dem Platz traf ich dann ein Paar Niederländer die mir weiter halfen. Wieder einmal retten mir die "Kiesköppe" den Arsch, die tollsten Menschen, die ich kenne. Ich baue die Seitentaschen ab, schiebe das Moped an der Schranke vorbei, rolle bergab auf den Platz zu den Holländern und baue todmüde mein Zelt auf. Für Kochen bin ich zu kaputt, einige Scheiben Knäckebrot mit Nutella müssen reichen. Nach 15h und fast 1000km auf Nebenstraßen falle ich in meinen Schlafsack. Es ist ein "Camping Municipal", der Platz ist aber blitzsauber, ebenso die sanitären Anlagen. Klobrille, Klopapier, Seifenspender und Handtrockner. Das war der einzige Camping Municipal auf der Reise, der das alles hatte. Bester Camping Municipal der Reise.yesyesyes

http://www.camping-volvic.com/WD140AWP/WD140AWP/CTX_8759-37-afLgIYyvZp/Page1/SYNC_-83806063?A2

 

Tag 2: Fahrt von Clermont-Ferrand an die Küste nach Narbonne.

 Am nächsten Morgen, nach einem leichten Regenschauer, begrüßt mich der Tag mit einem Regenbogen und schönstem Sonnenschein. Ich starte nach einem Frühstück mit Kaffee und Müsli in Richtung Berge. Die sind in Wolken gehüllt und es ist kalt, regnerisch und windig. Arme Holländer. Die wollten da mit Fahrrädern herauf. Oben tanke ich mein Motorrad (1,55€) und rolle weiter über Aurillac, Rodez, Castres.

Die Strecke an der Dordogne ist unbeschreiblich. Kleine kurvige Straßen, kaum Verkehr, atemberaubender Blick ins Tal. Gegen Mittag mache ich eine Pause in einem malerischen Tal (Bild), gönne mir Knäckebrot mit Marmelade und gutes französisches Wasser aus Volvic. Ich genieße die tolle Landschaft, mache noch ein kurzes Nickerchen und dann geht es weiter in Richtung Süden, wieder die Berge herunter bis an die Küste nach Narbonne.

 

Viele Fotos gibt es in voller Größe auf meiner Panoramio-Seite zu sehen, hier ist einfach nicht genug Platz!

Um ca. 16 Uhr entledige ich mich meiner Regen- und Kälteschutzkleidung, aber es bleibt trotzdem brutal heiß. Bei Narbonne suche ich mit Garmin POI-Suche einen Zeltplatz. Der erste Versuch mit "archies Camping POI" kostet mich eine halbe Stunde Zeit und sinnlos Sprit. Der Campingplatz ist vollschrott, direkt an der Hauptstraße und geschossen. Ich suche weiter und finde einen Platz nur 5 min vom Meer und ruhig. An der Rezeption versuche ich mich in Französisch, dann Englisch. Dann stelle ich fest, sie ist Holländerin und spricht perfekt Deutsch! Der Preis von 18,40€ liegt zwar deutlich über meinem Budget, ich bin aber zu erledigt um mir was anderes zu suchen. Auf dem Platz noch mehr Holländer, die mich direkt mit Alkohol und Abendessen beglücken wollen. Auf den Alkohol verzichte ich, aber zur Quiche sage ich "gedankt"! no (leider zu teuer und zu steinig)

http://www.campinglanautique.com/

 

Tag 3: Fahrt von Narbonne über die Berge bei Andorra wieder an die Küste nach Benicarló.

Nach einer sehr ruhigen Nacht starte ich wieder um kurz vor 9 Uhr und fahre weiter in Richtung Süden. Ich komme aber nicht allzu weit, denn schon nach 30min. kündigt sich ein Problem an. Die XJ fährt sich nicht gut und ich ahne schon was es sein könnte. Auf einem Parkplatz neben der Straße erkenne ich das Problem. Der Hinterreifen hat kaum noch Luft. Es ist das Loch, das ich schon in Deutschland 2x geflickt hatte. Nach weiteren 1500km ist es wieder undicht geworden. Also entlade ich das Motorrad, krame das Flickzeug unter der Sitzbank hervor und flicke den Reifen zum 3x. Nach einer halben Stunde warten in der schon jetzt heißen Vormittagssonne kann ich die Fahrt fortsetzen. Der Reifen hat dann auch bis Köln irgendwie durchgehalten und erst am vorletzten Tag meiner Reise wieder Luft verloren. Also ca. 5000 weitere Kilometer...

Ich fahre weiter an der Küste, dann die N116 hinauf in die Berge in Richtung Andorra. Südlich von Andorra über die Grenze nach Spanien. Dann weiter nach Lleida die C14. Die Berge sind steil, die Strecke wunderschön und kaum Verkehr. Aber es ist brutal heiß. Wie immer habe ich zu wenig Wasser dabei. Das vom Campingplatz aus dem Hahn schmeckt widerlich. Das ist hier aber überall so. Ich fahre einen nicht enden wollenden Tunnel, viele Tunnel. Nachmittags fahre ich total erschöpft ab und mache eine Pause neben einem spanischen LKW. Der Fahrer steigt aus, kaum das ich den Helm ab habe und begrüßt mich auf Deutsch mit Berliner Akzent. Wir unterhalten uns eine Weile, er gibt mir viele gute Tipps und warnt mich vor den "spanischen Motorradbullen". Die LKW-Fahrer waren auf meiner Reise fast alle sehr rücksichtsvoll, haben selten gedrängelt und auch wenn ich mich an der Peache-Station in die falsche Spur gestellt habe, nicht gehupt. Die waren wohl mit Lachen beschäftigt!

Dann fahre ich weiter. An der nächsten Tanke (auf der Strecke gibt´s nur wenige) tanke ich voll (380km) und kaufe Wasser. Ich umfahre Lleida und weiter auf der N12 nach Tortosa. Geile Stecke, tolle Fotos. Von Tortosa weiter nach Vinaros. Dort runter ans Meer zum nächstbesten Campingplatz: Camping Alegria del Mar

Ein einfacher aber sauberer und ruhiger Platz direkt am Meer gelegen. Preis 13€, Sanitäranlagen ok, leider keine Küche oder Aufenenthaltsraum. Egal, meine selbst gekochten Spaghetti schmecken auch direkt am Zelt.

https://www.campingalegria.com/ yesyes

 

 

Von Benicarló nach La Marina

Am Nächsten Morgen weiter an der Küste entlang. Einen Zwischenstop in Denia, wo ich vor Jahrzehnten schon mal Urlaub gemacht hatte. Fand ich nicht so prickelnd. Dafür ist es heiß. Auch eine Rast unter den Bäumen hilft nur wenig...

In brütender Mittagshitze mache ich eine längere Pause oberhalb/südlich von Denia. Zahlreiche protzige Villen von denen sicher nicht wenige Deutschen gehören. Vor dem imposanten Tor einer großen Villa oberhalb des Caps parkt ein Transporter eines bekannten Kölner Sanitärbetriebs... ich ruhe mich auf einer Parkbank am Aussichtspunkt aus, trinke etwas Wasser aus meiner Wasserflasche und stopfe mir ein Paar Schokoriegel in den Hals. Die Hitze ist mörderisch, aber der Wind hier oben hilft. Nach einer längeren Pause folge ich weiter der Küstenstraße bis ich unten an einer malerischen Bucht ankomme. Sehr schön hier, aber leider eine Sackgasse. Also das ganze wieder zurück... den Berg rauf und dann etwas weiter landeinwärts in Richtung Süden...

Nach einigen Stunden erreiche ich am frühen Nachmittag wieder die Küste hinter Alicante, aber vor Torrrevieja. Wegen der großen Hitze und des knappen Wasservorrats bin ich total erledigt und will nur noch ankommen... Ich suche mit Archies Camping App nach einem günstigen Camping municipal. Doch das bringt mir leider nichts. 

Der Campingplatz (archies Camping) existiert nicht, dafür ein großes Schild, Camping verboten! Ich fahre beim Wenden und Ärgern in eine Sanddüne und lege mein Motorrad auf die Seite. Dann auch noch der Anblick einer dicken alten Frau (oben ohne), die mein Spektakel beobachtet. Normalerweise hätte ich die Kiste gehalten, aber ich war total fertig. Dem Motorrad ist nichts passiert, nur meine Kopfhörer sind defekt. Ich habe aber Ersatz dabei. Also den nächsten Campingplatz angefahren...egal was. War dann natürlich ein "ADAC Qualitätsplatz"!!! 38€, laute Kinder, noch lautere Spanier, Schlafen nur mit Ohrstöpseln, keine Möglichkeit, die Wäsche von Hand zu waschen, weiter Weg zum Klo. 700m Luftlinie zum Strand.... für Familien mit Kindern und dicker Brieftasche ist das sicherlich ein ganz toller Campingplatz. Für mich als anspruchslosen Motorradreisenden, der einfach nur einen billigen sicheren Platz zum pennen sucht, nicht. Es fehlt ein Angebot für Durchreisende. Der schlechteste Zeltplatz der Reise und der mit Abstand teuerste! nonononono

 

http://www.campinglamarina.com/de/

 

 

 

 

 

Tag 4: Reise von La Marina nach Cabo da Gata.

Ab heute wird kürzer gemacht. Ich starte um kurz vor 9 Uhr Richtung Süden, die N332 nach Torrevieja. 

 

Weiter die RM332 und 340 und andere Nebenstrecken bis Cabo da Gata. Westlich von Cartagena mache ich in glühender Mittagshitze eine Pause in den Bergen an diesem beeindruckenden Spot. Prinzipiell auch für wild Campen geeignet, aber sehr viele Fliegen! Auch wenn es hier außer Einsamkeit, Hitze und vielen Fliegen nichts gibt, für mich ein Highlight der Reise! cool

Am Nachmittag erreiche ich wieder das Meer. In Las Ventanicas frage ich im Ort nach einem Preisnachlass. 16€ für einen verranzten Platz mitten im Trubel und direkt an der Straße finde ich zu teuer. Außerdem 4€ allein für das Motorrad. Der muffelige Spanier an der Rezeption versteht dann auf einmal kein Englisch no. Ich fahre weiter. Noch ein Platz, 26€. Dann der 3. Platz. 12€... da bleibe ich. Oben in den Bergen, sehr ruhig, gute Luft. Ich kann sogar mein Tarp aufhängen.

Dieser Zeltplatz ist für mich ganz vorne bei den absoluten Gewinnern. Sehr ruhig gelegen, man kann nachts gut schlafen. Die Toilette ist günstig gelegen und vollständig. Es gibt eine Möglichkeit die Wäsche entweder von Hand oder in der Maschine zu waschen. Internet ist mit dabei. Die Chefin ist sehr nett und hilfsbereit, fast immer da und spricht Englisch. Da fahre ich wenn es kühler ist, bestimmt nochmal für länger hin! yesyesyes Die kleine Katze auf dem Foto war extrem anhänglich und immer hungrig! Meine chinesische Tütensuppe hat ihr aber nicht geschmeckt...mir auch nicht!

http://www.campingsopalmo.com/

Tag 5: Ruhetag!

Eigentlich wollte ich heute morgen um 7 Uhr das Motorrad packen und weiter bis Gibraltar fahren. Statt dessen mache ich einen Ruhetag und gönne meinem Sitzknochen eine Pause. Die hat der auch nötig. Außerdem kann ich hier meinen Reisebericht schreiben und meine E-Mail checken. GMX ist hier übrigens ein Problem. Https-Seiten funktionieren häufig nicht. Apropos nicht funktionieren!

 

##############################################################################

Liebe Firma Garmin: Bitte produziert doch nur noch Hardware! Ihr könnt keine Software. So was müsste man von qualifizierten und motivierten Mitarbeitern fertig entwickeln und regelmäßig pflegen... Wenn ich falsch herum in Einbahnstraßen geführt werde, nicht lustig. Wenn GARMIN Navi sagt: Nächste Kreuzung links abbiegen... so was ist in Spanien fast überall verboten! Außerdem: Wenn das Navi keine Richtungen mehr ansagt, das ping-ping vom Tempowarner aber funktioniert, dann liegt das nicht am Kopfhörer. Das liegt an eurer beschissenen Software.

Schlimmer noch, viel schlimmer ist aber die Aussprache von spanischen oder französischen Straßennamen: Nicht nur das mir die Ohren bluten! Nein, es ist auch völlig unverständlich: Fahren Sie die Straße:"Karlozz Ypsilon Montocknah"! Irgendwann habe ich dann nur noch auf das Display geguckt und vermutet, wo es den weiter gehen könnte. Richtig zählen konnte die gute Frau ja auch nicht! angry

##################################################################

Tag5 Teil2

Habe heute um 16 Uhr noch eine "kleine Runde" gedreht. An der Küste um Cabo da Gata (geile Kurven), dann weiter in Richtung Tabernas. Unterwegs über kleine Straßen und noch kleinere Dörfer. Leider war die Straße im Tal nicht geteert, sondern nur Schotter. Ging dann aber irgendwie. Ich habe mit meiner GoPro1 ein geiles Video gemacht. Die Straße war sehr einsam. Keinerlei Gegenverkehr. Ein Auto habe ich unterwegs irgendwo am Straßenrand stehen sehen und mir natürlich unwillkürlich die Frage gestellt: Wenn ich jetzt hier ein Problem mit dem Motorrad bekomme und vor der Wahl stehe, laufen oder auf Hilfe warten...Ich habe nur 250ml Wasser dabei, Handyempfang kann man hier auch vergessen... "Dämlicher deutscher Tourist neben seinem Motorrad tot aufgefunden!"

https://vimeo.com/131036887

https://vimeo.com/131074764

https://vimeo.com/131078400

Oben weiter nach Tabernas. Mir die Burg von unten angesehen, zum herauf laufen in Motorradklamotten war es mir zu heiß. Danach zurück, immer dem Navi nach. Erst mal wieder Schotter, dann Steine, Wellblechpiste, dann weiter Bergauf...irgendwann stand ich dann mitten im Nationalpark.

Also wieder zurück. Die arme XJ musste richtig leiden, 30km üble Piste. Dann nochmal das Navi resettet und auf einmal wusste es den Weg.

Zurück auf dem Campingplatz, gegessen, geduscht und die Kette gefettet. Morgen geht's weiter. Apropos: Oben in den Bergen ist die geilste kurvige Straße aller Zeiten (von Rambla Honda nach Nijar), nur Kurven und Kehren. Erst habe ich mich besoffen gefahren, dann schwindelig, dann müde! Alter Schwede, ist das geil... Fast im Tal, ist so ein Idiot von HD-Fahrer noch beinahe in mich rein gerauscht, kam mir auf meiner Spur entgegen gependelt und geschlingert...so was fahren doch fast nur Idioten!

 

Tag 6: Fahrt von Cabo da Gata noch Gibraltar (Nähe)

Heute auf der A7/E15 im Bogen um Almeria herum und dann rauf in die Berge auf über 2000m Höhe. Kleine Nebenstraßen ohne Mittelstrich und teilweise ohne Leitplanken. Unterwegs einige Rentner im Diesel-PKW überholt. Oben eine Pause und dann auf der anderen Seite des Tals wieder herunter. So war der Plan. Zuerst Polizeiauto vor mir, Überholen war nicht. Dann noch mehr Polizei. Alle rechts ran...Radrennen... dann durften wir vorsichtig weiter, 2 Stunden lang mit 20-30km/h den Berg wieder runter rollen. Dabei aufpassen nicht einen der Radfahrer auf der linken Seite zu erwischen. Das Beste: Gleichzeitig sind auch noch welche einen Marathon gelaufen. Natürlich links den Berg rauf. Als wäre Radfahren bei der Hitze nicht schon dämlich genug. Also Slalom, Radfahrer links, Läufer rechts am Straßenrand. Auch gerne zu zweit nebeneinander....

Irgendwann war ich dann unten und bin die N340 an der Küste weiter, Ein Abstecher nach Marbella. Kann Geld stinken? Mir gefiel´s da nicht. Günstige Campingplätze wollte ich da nicht mal suchen. Also weiter...Links einen Platz am Stand entdeckt. Lauter Campingwagen, dachte mir, da fahr ich auch hin. Aber: Erstens die Abfahrt tiefer Sand. Zweitens: Großes Verbotsschild, sogar auf Deutsch. Drittens: Waren wieder mal die Bullen zur Stelle. Haben regelrecht gewartet das ich versuche da runter zu fahren! Also weiter, habe einen Platz kurz vor Gibraltar gefunden. Nichts tolles, aber mit 12,70€ ganz OK. Außerdem war es 18 Uhr und ich fertig. indecisionindecision

http://www.campingsureuropa.es/index_en.html

 

Tag 7: Fahrt von Gibraltar nach Albufeira.

Heute an der Küste weiter in Richtung Portugal. Morgens direkt unter dem Felsen das obligatorische Foto vom "Felsen von Gibraltar". Dann weiter die Küste entlang und noch eine kurze Pause bei Fortaleza de Sagres, einige Fotos vom Fort und weiter geht´s die Küste nach Norden. Gern hätte ich mir das Fort auch von innen angesehen, aber wer passt auf mein Gepäck auf?

Hier stehen viele Pinienbäume und Windräder und man kann es ahnen, es ist sehr sehr windig. Ich fahre auf der Straße, rieche den intensiven Duft der Bäume und werde von einer Seite der Straße auf die andere geblasen. Als ich eine Pause mache, hält hinter mir ein Portugiese, der einige Zeit hinter mir gefahren war und beschreibt mit blumigen Worten und Gesten meine Fahrweise. Er zeigt dann auf die Windräder und sagt noch mahnende Worte auf Portugiesisch. Ich verstehe ihn zwar nicht, aber er meint bestimmt so was wie fahr vorsichtig, da oben bläßt es noch mehr. Tut es! Ich reduziere mein Tempo auf 70km/h und es geht weiter. Die Fahrt ist sehr schön, aber auch sehr heiß. Abends komme ich an einem Campingplatz an, an dem viele Fahnen aus ganz Europa wehen.. ich bin skeptisch. In der Tat. Mitten in der Stadt und zu teuer. Ich fahre weiter und 10km später noch ein Versuch. Der Platz ist riesig und sieht teuer aus. Ich frage trotzdem und es sind verhältnismäßig günstige 14€. Ich fahre auf den Platz und wundere mich noch mehr. Sehr groß, sehr schick, mit Swimmingpool und Bar und Supermarkt und ganz viel freien Plätzen. Das ist definitiv der Preis/Leistungssieger der bisherigen Reise. Nachdem ich mein Zelt aufgebaut habe und mit meinen Zeltnachbarn eine Tasse Tee getrunken (Briten auf 1200er GS), schwimme ich eine Runde im Pool. Es ist schon fast dunkel und so habe ich den Pool für mich alleine. Danach gehe ich früh schlafen. yesyesyes

http://www.campingalbufeira.net/ 

So schön wie auf den Hochglanzfotos der HP sieht es natürlich nicht (mehr) aus. Es fehlen ein Paar Kacheln am Pool und die Wasserhähne sollten auch mal entkalkt werden, es ist aber der beste Campingplatz für den Preis. Preis/Leistung top!

 

Tag 8: Fahrt von Albufeira nach Peniche.

Morgens bin ich dann wieder der erste. Alles ist gepackt, bevor die GS-Fahrer auch nur aus dem Schlafsack sind. Schwimmen war ich natürlich auch schon. Das werde ich noch bereuen. 830 Uhr reise ich weiter. Der Anfang der Strecke ist toll, kurvige einsame Straße an der Küste durch die Berge. Natürlich wird es ab 10 Uhr viel zu heiß. Ich will  eine Pause machen, als ich ein vertrautes Schild entdecke: Aldi-Nord in Odemira.

Ich kaufe Spaghetti für unverschämte 75Cent und ein großes Baguette für 49 Cent.

An der Kasse überlege ich, wie ich das Sprachproblem beim Bezahlen regle. Aber Überraschung: Kassiererin zur 2. Kundin vor mir in akzentfreiem deutsch: "Das macht 8,95€!" Ich staune und gucke wie ein Auto. Dann die nächste Kundin. Das macht 19,95€... Ich frage die Kassiererin: "Ist das hier die Kasse nur für Deutsche?" Sie: "Nein, aber wir haben hier sehr viele deutsche Kunden, so wie überall in Süd-Portugal. Das wusste ich nicht. Draußen treffe ich noch einen Franzosen, der mit einem schrottigen 125er Moped unterwegs ist: Ich spreche ihn an auf englisch. Er sagt: "Englisch verstehe ich nicht aber Deutsch"....War ja klar! Er erzählt, er habe das Moped (ein vergammeltes rostiges Teil mit Trommelbremsen) für 400€ von einem Portugiesen gekauft und wolle damit jetzt zurück nach Frankreich fahren. Ich wünsche ihm viel Glück und denke: Das Teil ist keine 40€ wert!

Weiter geht die Fahrt, auf der Autopiste in brütender Hitze...das macht keinen Spaß, aber ich muss ja Lissabon umfahren. In Lissabon verfahre ich mich, lande auf der mautpflichtigen Straße, versuche einen U-Turn, so wie ich das aus Ecuador gewohnt bin. Gibt's hier aber nicht und so lande ich ohne zu bezahlen auf der Dosenbahn.

Das gibt Ärger! Also die nächste ab und an der Station gehalten. Dann ein Palaver mit dem Wachmann, der wusste natürlich schon Bescheid. Er: "Ja, da kann ich jetzt gar nichts machen, die haben ja ihr Nummernschild, da bekommen sie demnächst Post nach Deutschland".... super! Ich schwinge mich verärgert auf mein Motorrad und fahre weiter. Garmin erzählt mir natürlich wieder totale Scheiße und möchte mich mitten durch die verstopfte brütend heiße Innenstadt lotsen. Außerdem wieder mal das Problem mit den Einbahnstraßen. Navigation unmöglich! Ich orientiere mich nach Gefühl, so die grobe Richtung weiß ich ja. Tatsächlich lande ich wieder auf der richtigen Straße und auch Garmin stellt seine Lügengeschichten ein. Ich quäle mich über eine extrem holprige Nebenstraße und hänge hinter unzähligen Lastwagen fest. Im Kreisverkehr überhole ich jeweils einen von ihnen: Vor dem Kreisverkehr in der Bremszone links blinkend vorbei und bevor er auch nur einlenkt bin ich schon vor ihm...So wie die Einheimischen das hier auch machen. Irgendwann geht´s runter von der Autopiste, über kleinste Nebenstrecken durch verschlafene Dörfer. Sehr schön, sehr idyllisch, aber ich will nur noch ankommen. Dann zur Abwechslung noch einige Kilometer Autobahn, dann bin ich auch schon wieder am Ziel.

Ich mache einige Fotos, trinke noch einen ordentlichen Schluck aus der Pulle und fahre in Richtung Tankstelle: Aber, kaum bin ich los gefahren, stehe an einer Einmündung bergauf hinter einem Einheimischen, rollt dieser Trottel zurück und gegen mein Vorderrad. Also bestimmt 1-1,5m... Er steigt aus, sieht sich sein beschädigtes Auto an und beginnt ein Palaver auf Portugiesisch: "Ah!! Mein armes Auto, was stehst du auch so dicht hinter mir, du bist SCHULD!" In dem Moment kommt auch schon Polizei, (wow!!! Die waren nach 1 Minute da!!) und er erzählt ihnen nochmal sein Leid. Ich sauer, keife zurück, natürlich auf Englisch. Der Polizist gebietet uns beiden zu schweigen und erzählt dann dem Einheimischen: Du bist zurück gerollt, du musst aufpassen, du bist SCHULD. Gebt euch die Hände, mach dein Nummernschild wieder fest und dann fahr weiter. Gesagt, getan! Zum Glück hat mein Vorderrad nichts ab bekommen. Wenn doch sehe ich das sobald ich wieder Autobahn fahren muss. Sieht aber OK aus (war auch ok).

Der Zeltplatz, auf dem ich angekommen bin ist ein "Municipal", kostet keine 6€, dafür haben die Toiletten auch keine Klobrillen und sind ähm, stinkig! Egal, heute wird gerastet und morgen geht´s weiter.

Peniche ist ein echter Glückstreffer. yes yesyes Gut, die Stinkwolke, die 4x am Tag über den Zeltplatz weht (alter Fisch) ist jetzt nicht so prickelnd... Aber: Die Location ist super! Riesendünen, Riesenstrand, Riesenwellen, riesig nette Leute! Ich war der einzige deutsche Tourist, der einzige Motorradreisende. Erst haben sie geguckt als stände ET vor ihnen. Dann aber haben sie gesehen, wie ich am Abend meine Spaghetti am Zelt koche und nicht ins Restaurant (ja, das gibt´s da wirklich) essen gehe. Da wussten sie: Das ist einer von uns und alle waren sehr sehr nett. Abends saßen 3 Frauen nebenan vor ihrem Zelt und brieten Wurst auf dem Grill. Dann kam die älteste zu mir um mir original portugiesische Wurst (Chorizo) anzubieten. Lustig war, sie sprach nur Portugiesisch, ich nur etwas Spanisch...funktionierte aber. Ich zeigte ihr meine von Deutschland mitgebrachte Chorizo von Aldi. Sie staunte, dann lachten wir. Hier in Portugal gibt´s die nicht bei Aldi-Nord!

Außerdem ist Peniche DIE Location für Weltklasse-Surfer. Hier wurde der Weltrekord im Surfen aufgestellt. Das Internetcafé auf dem Foto unten ist kostenlos. Es gibt auch noch ein besseres richtiges mit Bedienung und Kaffee und Service, aber das war nix für mich!

Weil es in Peniche so toll und günstig ist, bleibe ich spontan einen Tag länger! Außerdem habe ich eine fiese Zerrung in meiner Wade vom Schwimmen im Pool.

Kleine Geschichte am Rande: Ich humple am Nachmittag des 2.Tages zum Supermarkt am Wachmann am Tor vorbei. Komme zurück mit einer großen Flasche Bier (1l warm). Gehe ins Internetcafé, stelle die Pulle Bier in den Kühlschrank und schreibe Reiseberichte mit meinem Lenovo billig-Netbook. Kommt der Wachmann vorbei, lächelt und dreht den Kühlschrank auf volle Pulle!

http://travel-du.de/1432/nazare-und-peniche-surferparadies-portugal/

http://www.cm-peniche.pt/CustomPages/ShowPage.aspx?pageid=6dee07eb-ac03-4a76-b4db-6d8a708a2880&m=b194

 

 

Tag 9: Ruhetag

 

Tag 10: Fahrt von Peniche an der Küste und dann über die Berge nach Ourense.

Heute noch vor Sonnenaufgang aufgestanden. So wie jeden Tag, geduscht, Kaffee gekocht und original portugiesisches Müsli gegessen. Danach gepackt und um kurz nach 8 Uhr die Rechnung bezahlt. Vorher war da keiner. Dann los, an der Küste rauf und durch Porto. Mein Garmin Navi hat mich ganz offiziell auf eine mautpflichtige Straße geroutet. Sauerei! 3€ für nix!

In Porto mich nochmal kräftig auf den Autobahnen verfahren. Die sind wie ein Haufen Spaghetti. Weil die Idioten einem dauernd vor die Karre fahren, kann ich mich auch nicht auf die Schilder konzentrieren. 

Bin dann weiter Richtung Ourense und habe mir hier in der Nähe (südlich)einen Zeltplatz gesucht. Viele Mücken, aber Internet. Die Frau ist ziemlich nett, aber wohl auch müde...genau wie ich. Weil das Internet in meinem Zelt nicht funktioniert (Reichweite des Routers zu gering), darf ich im Kaffee sitzen ohne was zu bestellen und ihr beim Aufräumen zusehen. Mit Maus lässt sich mein Lenovo A10 Mini-Netbook auch viel besser bedienen. Firefox für Android ist übrigens totale scheiße! Funktioniert nicht richtig, ist lahm, stürzt dauernd ab. Meine N-Page-Seite sieht auch aus wie Datensalat. Mit dem Google-Browser Chrome funktioniert aber alles.

Jetzt noch duschen und dann ab in den Schlafsack. Wieder ein harter Tag...morgen geht´s weiter! Die Ausstattung des Campingplatzes ist vollständig. Toilettensitz, Klopapier, Seifenspender und Handtrockner vorhanden. Alles ist sauber und in gutem Zustand. yes

http://www.allariz.com/reatur/

 

Tag 11: Von Ourense an die Nordküste vor Santander

Der Zeltplatz ist in den Bergen und es ist in der Nacht richtig kalt. Am nächsten Morgen habe ich dann auch eine knallrote Nase, wie mir ein niederländischer Camper berichtet. Der Schlafsack ist zwar auch bei geschätzten 5° warm genug, aber das Gesicht friert halt mehr als beim Mumienschlafsack. Oben ist halt mehr offen.

Heute über Berge bis an die Nordküste gefahren, einige tolle Spots entdeckt. Bin auf dem Campingplatz Costa Verde ca. 150km vor Santander gelandet. Schöne Anlage, sogar echter Rasen zum Campieren! Mit fast 15€ auch fast an der Schmerzgrenze. Das Wasser ist arschkalt, aber der Strand sehr schön... Strom kostet extra (Handy aufladen 40 Cent). no

Garmin hat mir heute wieder eine Extrarunde spendiert (Bild unten) "Fahren sie links in die Straße" Ja klar, bin ja auch eine Bergziege....die war 10m oberhalb!!! Die anderen Motorräder waren von 3 Briten, die dort auch campierten. Ich dachte, die wären auch Motorradreisende, waren sie aber nicht. "Wir sind mit der Fähre von Portsmouth gekommen und von Santander hier her gefahren" (150km)! Es waren also Schiffsreisende!  surprise

http://www.guiacampingfecc.com/asturias/costa.verde/

Tag 12: Von Santander (Nähe) die Küste entlang nach Biarritz (Nähe)

 

Heute etwas später als üblich auf die Piste gegangen. Es war in der Nacht kalt und auch morgens noch recht frisch. Eigentlich wollte ich noch einen Umweg über die Berge machen, die sehen sehr beeindruckend aus. Die dicken Wolken aber auch. Die Briten haben mir erzählt, sie wären oben gewesen und es wäre nur nass, kalt und windig gewesen. Wenn Briten schon über Regen jammern, dann muss es ja übel sein. Daher beschließe ich, die Küste auf der gut ausgebauten Straße weiter zu fahren. Das schont meinen Popo und ich kann trotzdem viel sehen. Der Regen aber folgt mir und hat mich bald eingeholt. Ich werde nass, friere, fahre ab und am ersten Kreisverkehr springe ich in meine seit Beginn der Reise nutzlos mitgeführten Regenklamotten.

 

Gegen 14h bekomme ich Riesenhunger, halte an einem guten Rastplatz mit Bank, Klo und Trinkwasserbrunnen und koche mir Spaghetti mit Soße. Der Regen hat natürlich kein Erbarmen und noch bevor das Essen fertig ist, pisst es wieder von oben! Das ist mir dann aber auch egal. Nach dem ich mich gestärkt, meine Blase entleert und die Wasserflasche gefüllt habe, geht es weiter. Erstaunlicherweise bekomme ich zum ersten mal genau hier gutes leckeres Wasser (Agua potable) und auch noch umsonst!

Zum Glück hört der Regen dann auf, ich entledige mich meiner Gummiklamotten und die Motorradkleidung kann dann zügig im Fahrtwind trocknen. Nachmittags mach ich noch einen Abstecher in eine größere Stadt um meine Vorräte aufzufüllen. Ein Lidl ist dann auch schnell gefunden. Die Spaghetti Preise sind wieder fair, aber immer noch höher als in Deutschland. Dann die größere Herausforderung: Ich brauche Spiritus. Hier heißt das "Alkohol fermentico" oder so ähnlich. Ich suche mit Garmin und fahre dann zu einer "Ferreteria", eine Art Eisenwarenhandlung. Tatsächlich kann ich dem Verkäufer das Gesuchte so beschreiben, das er es findet. Mit 2,95€ pro Liter zwar teuer, aber ich habe ja keine Wahl. Lustig war: Er konnte kein Englisch, ich kein richtiges Spanisch...ging aber. Als ich ihm dann sagte: Ich spreche erst seit 3 Tagen Spanisch, guckte er wie ein Auto! Ich kann gar nicht verstehen, wieso es in Deutschland Menschen gibt, die 30 Jahre hier sind und kein Deutsch sprechen! Ich muss jetzt nicht sagen, WEN ich meine!

Ich fahre weiter, ärgere mich bei Santander über die bekloppten Fahrer. Ein Vollidiot fährt mir erst fast aufs Hinterrad, überholt und schneidet mich dann mit 50cm Abstand. Entweder ein Ausländerhasser oder einfach nur ein Riesen-Arschloch! Dann zieht auch noch ein LKW-Fahrer von rechts in meine Spur und drückt mich fast in die Leitplanke. Der hat mich aber nur übersehen und den Schreck konnte man seiner anschließenden Fahrweise auch ansehen (Penner). Nachdem ich über die französische Grenze komme, ist die Überraschung groß... Tausende von Motorradfahrern, die von hinten kommen und sich zwischen den Autos durch schlängeln. Die machen dann auch alle Platz. Ich versuche ihnen zu folgen, muss aber wegen der Breite meiner Fuhre (1,10m) höllisch aufpassen. Die Biker sind alle sehr nett und grüßen. Sind aber nur "custom-biker", Zahnärzte, Anwälte oder "irgendwas mit Medien", die einen auf "harter Kerl" machen!

Da gab es wohl an diesem Wochenende ein Motorradtreffen. http://www.wheels-and-waves.com/en/

Bei Biarritz mache ich eine kurze Pause und fahre dann weiter noch 10km die Küste entlang. Wie üblich kennt das GARMIN Navi die Einbahnstraßen nicht und routet mich im Kreis. Ich ignoriere dann die Anweisungen und folge meiner Kompassnase. Nach 10 min. Irrfahrt durch die verstopften kleinen Straßen von Biarritz finde ich den Weg hinaus.

Dort finde ich mit meinem Garmin Navi über die "archies Camping" POI einen Zeltplatz. Es ist schon spät, die gute Frau sagt nur: "Such dir irgendwas, das mit der Anmeldung machen wir morgen!" Nachdem ich mein Zelt aufgebaut und ein Baguette mit Spam gegessen habe, falle ich in meinen Schlafsack. Die Dose Spam fahre ich seit Beginn der Reise spazieren und ich bin froh, sie los zu sein. Der Campingplatz hat die "Municipal Standardausstattung", ist aber dafür zu teuer! nono

http://campingalegria.com/DE/willkommen.html

lt. Rechnung ist das der Campingplatz, auf dem ich übernachtet habe. Habe ihn aber völlig anders in Erinnerung als auf den Hochglanzfotos von der HP!

 

Tag 13: Fahrt von Biarritz (Nähe) nach Ars En Re bei La Rochelle

In der Nacht hatte es geregnet, das Zelt stand (leider) unter einem Baum und war daher nass und dreckig. Egal, ich packe ein und nachdem ich den Papierkram erledigt habe, geht es weiter auf kleinen Straßen die Küste entlang. Leider kann man vom Meer nichts sehen oder hören. Bäume links, Bäume rechts...dann ein kleiner Ort, Bumper, Bumper, Bumper, Kreisverkehr, Bumper, Bumper, Bumper, Kreisverkehr, Bumper, 50km/h aufgehoben. Ort zu Ende! Bäume, Bäume öde Landschaft... dazu Wetter trüb, kalt und windig! So macht das keinen Spaß! Irgendwann erreiche ich Le Verdun-sur-Mer. Dort wollte ich eigentlich mit der Fähre übersetzen, aber mein Garmin-Navi routet mich zielstrebig in Richtung Bordeaux. Ein Riesenumweg.

Egal, ich fahre um Bordeaux herum und weiter nach La Rochelle. Dort dann auf die Insel Ars En Re, die man nur über eine gebührenpflichtige Brücke erreichen kann. Die 3€ sind jetzt auch egal. Die Insel ist sehr hübsch, aber teuer. Normale Campingplätze fange so bei 16-20€ an! Ich finde nach längerem Suchen einen Camping Municipal für 11,72€. Für die Insel günstig, aber insgesamt zu teuer. Internet 3€ Extra pro Stunde!no noAußerdem ist der Strand hier nicht direkt zu erreichen, felsig und nicht so schön. Ich baue mein Zelt an einer windgeschützten Stelle auf, direkt neben einem irischen Pärchen. Die beiden sind sehr nett, wir quatschen eine Weile, sie wollen aber am nächsten Tag abreisen. Abends entdecke ich dann noch zufällig den Camper von "Andreas aus Krefeld". Ich quatsche ihn an, er spendiert mir ein Bier, zwei sogar und ich habe dann auch ordentlich die Lampen am Brennen. So gehe ich zeitig und beschwingt zurück zum Zelt und falle in meinen Schlafsack.

http://www.camping-lacombealeau.com/

 

Tag 14: Fahrt von ARSchkalt EN REtour nach....Hause!

Nachts regnet es dann heftig, ich habe natürlich nicht an die Klamotten gedacht. Lag wohl am Bier. Jedenfalls ist morgens alles nass. Handtuch, Handschuhe, Nierengurt. Das Zelt blieb aber trocken. Ich freue mich, das der Regen endlich aufgehört hat, gehe vom Zeltplatz in Richtung Ort, um mir ein Frühstück Baguette oder so zu besorgen. Auf halber Strecke fängt der Regen wieder an. Ich spurte zurück und kaum das ich das Zelt erreicht habe, öffnen sich die Himmelsschleusen erneut und es Regnet heftig. Um 9 Uhr hat der Regen nachgelassen, ich fahre mit dem Motorrad ins nächste Dorf. Baguette 75Cent, falsche Nutella für fast 2€... die Preise verderben mir den Morgen. Zurück am Platz erledige ich den Papierkram und frühstücke gemütlich im Zelt...ja, der Regen war wieder da! Gegen 11Uhr hat der Regen immer noch nicht nachgelassen, ich packe die nassen sandigen Klamotten und mache mich übel gelaunt auf den Weg. Dabei muss ich mich sputen! "Wenn sie nach 1130 Uhr noch auf dem Platz sind, müssen sie einen Tag extra zahlen!" Um 1145 Uhr passiere ich die Schranke und zahle nicht!

In fiesem Nieselregen fahre ich weiter in Richtung Le Havre und hoffe das das miese Wetter aufhört. Tut es aber nicht (14°). Dafür meldet sich mein Hinterreifen wieder mit Lenkerflattern und indiskutablem Fahrverhalten.  Ich fahre an eine kleine Tankstelle und frage den Tankwart/Mechaniker nach Luft. Nein, ich spreche kein Französisch, er keine Englisch. Es geht aber (alles ist möglich, nichts ist sicher).

Ich fahre weiter, der Reifen bleibt aber unfahrbar schlecht. Im Kreisverkehr kommt mir immer mein Heck quer. Ich fahre nochmal an eine Tanke, Luftdruck ist aber OK. Ich erkenne, der hat eine Beule, der ist fertig. Damit bei Regen fahren ist lebensgefährlich.

Ich überlege eine Weile, dann beschließe ich auf Le Havre und die Nordküste zu verzichten und erst mal in Richtung Paris zu fahren. Raus aus dem Regen. Tatsächlich hört der Regen zwischenzeitlich auf und ich kann wieder vernünftig Kreisverkehr fahren. Vor Paris fülle ich nochmal den Tank. Das Klo ist leider abgeschlossen, der Tankwart extrem unfreundlich. "It´s closed, you know...CLOSED!" Gut, dann eben das große Klo!

Ab Vorstadt Paris schlängle ich mich zwischen den Autos durch den Stau, klappt auch fast immer gut. Franzosen sind da viel toleranter als Deutsche. Dann geht es auf die Stadtautobahnen und hier wird´s dann richtig abenteuerlich. Links, rechts, zwischen den Autos durch mit dem Roller oder Motorrad...die fahren wie die Irren. In einer Kurve knallt noch fast ein Chopperfahrer in mich rein, grüßt aber mit dem Fuß, als wäre nichts gewesen! surprise

Hinter dem Großraum Paris (22 Uhr) fahre ich auf den ersten richtigen Parkplatz und mache eine Pause. Helm ab, Wasser trinken und 15min. abschalten! Ich unterhalte mich kurz mit einem Niederländer, dann geht es weiter. Gegen 23 Uhr fahre ich wieder auf einen Parkplatz und mache mein erstes Nickerchen auf dem Motorrad. Motorrad auf den Hauptständer wuchten, Brille ab, Helm wieder auf und dann den Kopf auf den Tankrucksack...klappt alles, wenn man nur müde genug ist. Wobei, das mit dem "auf den Hauptständer wuchten" so langsam ein Problem wird, ich schaffe das nur noch mit letzter Kraft.

 

Tag 15: Fahrt von Frankreich nach Köln

Von Paris nach Köln sind es einige Kilometer, die kann ich natürlich nicht am Stück fahren. Besonders, da ich ja nur 80km/h fahre. Ansonsten ist es zu laut und Nachts auch zu kalt. Ich fahre also jeweils 70-100km weit, dann wieder auf den Parkplatz. Etwas trinken, aufwärmen (Motor) und die Augen schließen. Nach einer kleinen Pause 30min. dann wieder auf die Bahn. Es war nicht nur die Müdigkeit, die mir zu schaffen macht, es war vor allem die Kälte. Alter Schwede! Das war so was von saukalt und das im "Sommer"! Gegen 4 Uhr bin ich dann erst mal bedient, finde einen ruhigen Parkplatz und penne im Windschatten hinter einem LKW bis kurz nach 5 Uhr. Als es wieder hell draußen ist, bin ich halbwegs ausgeschlafen und kann auch meine richtige Brille "Sonnenbrille" wieder aufsetzen. Die D&G Brille, die ich Nachts aufhatte, zieht nämlich. Ich fahre weiter in Richtung Brüssel, dann Aachen und dann weiter bis Köln. Kurz vor Köln muss ich noch mal den großen selbst-Motivator spielen, damit ich nicht wieder einpenne! Dann aber ist es geschafft. Ich parke mein Motorrad in der Einfahrt, kaufe mir 4 Brötchen beim Bäcker, dusche, frühstücke und falle in die Kiste. Nachdem ich wieder ausgeschlafen und halbwegs bei Kräften bin, stelle ich mich auf die Waage. 5kg abgenommen!!

Der Vollständigkeit halber noch kurz erwähnt: Die A4 zwischen Kerpen und Düren wurde verlegt, um dem Tagebau Hambach Platz zu machen. Die neue Strecke wurde am 16.09.2014 eröffnet. GARMIN weiß das nicht. Lt. GARMIN Navigation fährt man auf einer grünen Wiese. Das Gleiche ist mir vor Santander auf der E70/A8 passiert. Das GARMIN leitet mich von der E70 auf die Nebenstraße, wo ich durch kleine Kackdörfer mit 50km/h schleichen muss, während die E70 keine 100m links davon verläuft. Als ich endlich wieder auf der E70 bin stelle ich fest: Garmin kennt sie nicht und zeigt mir eine grüne Wiese!

Meiner ganz persönlichen Erfahrung nach ist GARMIN Navi ein ganz hervorragender Ersatz für den "Nerv tötenden Beifahrer" der "vor Navi Zeit". Kennt den Weg nicht, hält die Karte falsch herum, navigiert einen in Sackgassen und Einbahnstraßen. Erzählt einem aber alle 30Sek. man würde zu schnell fahren, selbst wenn die Schilder am Straßenrand anzeigen, das man noch 20km/h zu langsam fährt! no

 

 

###Vielen Dank für das Interesse an meinem Reisebericht, über Einträge ins Gästebuch, Sach- oder Geldspenden würde ich mich freuen! wink