Reise nach Riobamba/Banos

30.12-02.01.2008


 

Nach dem wir die Weihnachtsfeiertage hinter uns gebracht und der Jahreswechsel vor uns stand, packten wir wieder die Oro. Den letzten Jahreswechsel hatten wir in Guayas verbracht, dieses Jahr wollten wir mal was anders sehen. Außerdem fing die Regenzeit an und in den Bergen war das Wetter besser!

Wir starteten schon morgens früh und fuhren in Richtung Osten. Bis El Triunfo auf einer gut ausgebauten Autopista, danach schon etwas nördlicher bis Bucay auf einer immer noch recht guten Piste. Rechts und links der Straße Bananenplantagen so weit das Auge reicht. Ab Bucay wurde die Straße dann richtig übel. Das Stück vor und hinter der Brücke ist ein einziges Waschbrett, bestehend aus endlosen Schlaglöchern. Mit dem Geländewagen Schritttempo, mit der Oro nicht viel schneller. Nach der Brücke konnten wir dann wieder schneller fahren, Schlaglochslalom bis Tacho 60Km/h.

vor PangorAndenstraße

Es ging in die Berge, die Bananenplantagen wurden weniger, der Djungel mehr, die Straße immer steiler und schlechter. Durch den Anstieg und die Schlaglöcher nur noch Tacho 50/60 km/h, abwechselnd im 3. 4. oder 5. Gang. Irgendwann hörte der Djungel auf und die Felder der Indios nahmen zu. Kartoffeln, Wiesen und andere mir unbekannte Pflanzen, keine Bäume mehr.

 

Nach etwa 250km erreichten wir das kleine Dorf Pangor/Juan Velasco, wo wir bereits mit dem D-Max öfter Rast gemacht hatten. In einer kleinen Tienda (Kiosk) tranken wir heißen Kaffee und aßen frisches Brot mit Käse. Die Tienda gehört  Verwandten und so wurden wir freudig begrüßt. Nachdem wir uns aufgewärmt und gestärkt hatten, füllten wir die Reserve in den Tank und machten uns weiter, noch einige Hundert Höhenmeter die Anden hinauf.

PangorPangor

Weiter über das Hochplateau und auf der anderen Seite wieder runter bis zur Panamericana. Danach nach Norden bis Riobamba, wo wir im Hotel Tren Dorado übernachteten. Die Fahrstrecke betrug etwa 300km, wir brauchten mit Pausen ca. 8 Stunden.

Das "Tren Dorado" kannten wir noch von früheren Reisen mit dem D-Max, ein gemütliches altes Hotel am Bahnhof. Beliebt bei Touristen, die "den Zug" nehmen wollen. Gutes Frühstück schon ab 5 Uhr morgens. Es ist aber auch schon ziemlich ab gewohnt, die Wasserhähne tropfen in vielen Zimmern. Es sollte mal renoviert werden... aber solange die Touri´s kommen und man sogar die Preise erhöhen kann... Wir haben uns bei späteren Reisen  für ein anderes, billigeres, ruhigeres und neueres Hotel entschieden.

Am nächsten Morgen machten wir uns wieder auf den Weg, die Pan in Richtung Norden, rauf auf´s Hochplateau, schweinekalt, aber schön! Links der Chimborazo, rechts der Tungurahua. Hinten rechts Altar und Sangar, Vulkane so weit das Auge reicht. Auf der anderen Seite wieder runter und noch vor Ambato bogen wir auf eine Nebenstrecke ab in Richtung Westen, nach Banos. Fahrzeit nur ca. 2 Stunden.

An diesem Tag machten wir noch Bekanntschaft mit einer "ecuadorianischen Tradition". Einheimische (junge Männer) verkleiden sich und sperren die Straßen mit Holzschranken oder Ketten oder Seilen ab. Die Auto- LKW- oder Motorradfahrer die vorbei wollen, werden dann aufgefordert "passage" zu zahlen. Die Sache ist erstens Nerv tötend, weil alle Paar Km eine Schranke/Sperre ist, zweitens sind die alle total besoffen und unterwegs hätte ich einige fast überfahren. Wir haben die Sperren umfahren.. so weit möglich. An einer Sperre musste ich eine Vollbremsung machen. Meine Frau hat die besoffenen Typen dann heftig an-geschnauzt! Weil: Der Präsident "Correa" hat diese Unsitte nämlich ausdrücklich verboten... Wer also um diese Zeit in Ecuador unterwegs ist, sollte an diesem Tag besser eine Ruhepause machen.

Banos liegt direkt nördlich unter dem Vulkan Tungurahua, dem aktivsten Vulkan Ecuadors. In den letzten Jahrhunderten wurde es aber noch nie bei einem der zahllosen Ausbrüche zerstört. Außer vor ca. 15 Jahren, die Regierung hatte den Ort aus Sicherheitsgründen räumen lassen und die eigenen Soldaten haben ihn dann so lange geplündert, bis die Bewohner zurück kamen und die Soldaten vertrieben. Es ist aber wirklich sehr schön da, sauber, ruhig, sicher und angenehmes Klima um die 23°. Ein Touristenort mit zahllosen Attraktionen und billigen Hotels ab 4$p.P.! Zuerst versuchten wir ein Zimmer (ab25$) im "Isla de Banos" zu bekommen, einem schönen Hotel mit deutschem Manager, aber das war leider schon ausgebucht!

Isla de banosbanos

Wir bekamen noch ein Zimmer in einem Cityhotel für 15$ im DZ, Bad&WC, die Oromoto bekam auch ein sicheres Plätzchen.

Nach dem Abendessen in einem günstigen Restaurant spazierten wir noch durch den Ort und sahen uns den Trubel an. Auf den Straßen wurden Monogotes in Stellung gebracht, selbst gebastelte Puppen aus Pappmache, gefüllt mit Feuerwerk. Die Straße wird mit allen möglichen Lampen dekoriert, die "fachmännisch", so wie in Ecuador üblich, an das öffentliche Stromnetz angeschlossen werden. Überall wurden Bühnen aufgebaut und riesige Boxen.

Abends ging dann die Party richtig los, es war noch lauter als in Guayas und da war es schon nicht leise. Um Mitternacht standen wir auf dem Balkon und stießen stilecht mit Sekt aus Plastikbechern auf das neue Jahr an. Das Feuerwerk war sehr schön und bis sich der Rauch der brennenden Monogotes verzogen hatte, dauerte es Stunden.

Nach einer zu kurzen, lauten Nacht gingen wir morgens zu erst lecker frühstücken, danach machten wie einen ausgiebigen Spaziergang durch den Ort. Wir genossen den Tag bei schönstem Sonnenwetter, in Guayas regnete es bereits. Wir blieben noch eine Nacht und machten uns am nächsten Morgen auf den Heimweg, die selbe Strecke wieder zurück!

Die Straße unten ist zwischen Banos und Ambato, wird an dieser Stelle immer wieder vom Vulkan verschüttet, dann wieder ausgegraben und nie fertig! Der Müll im Vordergrund gehört zum üblichen Straßenbild in Ecuador...

bei banos