1.Reise nach Playas

20.11.07

Meine erste größere Tour führte mich nach Playas ans Meer. Das waren 100km hin- und wieder zurück. Perfekt für die erste 300km Inspektion. Ich durfte mit der Maschine nur 50km/h fahren, also fuhr ich, soweit vorhanden, auf dem Pannenstreifen.

Wir starteten in Duran in Richtung Westen über die Brücke "Puente de la unidad nacional", dann im Bogen nach Norden die "Autopista Guayas-Daule", dann nach Südwesten die "Via perimetral", bevor wir endlich die "Av abdon calderon munoz" erreichten. Also einmal gegen den Uhrzeigersinn um die Stadt. Ein riesen Umweg, der uns aber den Weg durch die Stadt ersparte. Bei unserem ersten Urlaub hatten wir uns auf dem Weg nach Salinas mit dem Geländewagen total verfahren. Außerdem hatten wir so unterwegs die schöne Kulisse armseliger Slums, Pasquales, Flor de Bastion und El Fortin, alle an der Via Perimetral. Selbst tagsüber für Gringos eine "no go area"!

Die "Abdon Calderon" beginnt im Westen von Guayas und führt in einem leichten Bogen nach Süden westlich an die Küste nach Salinas/Playas. Es ist eine vierspurige Betonpiste, gut ausgebaut und gebührenpflichtig. Motorrad- und Radfahrer zahlen aber nichts! Die Peachestation muß umständlich rechts durch die Pampas umfahren werden, in der Regenzeit sind da tiefe Pfützen und Matsch... gar nicht gut! Meistens führt sie durch eine  vertrocknete, ölde Gegend und einige kleinere, armselige Dörfer. Von Guayas an rechts und links der Straße Berge von Müll, der wird mit der Zeit weniger, hört aber nie ganz auf, so wie leider fast überall in Ecuador.

Es gibt natürlich auch gute Gegenden entlang der Strecke, z.B. "Puerto Azul", eine geschlossene Siedlung, umgeben mit einer meterhohen Mauer mit Elektrozaun und bewaffnetem Sicherheitspersonal. Dahinter riesige Villen mit allem erdenklichen Luxus, sogar eigenem Yachthafen. Da wohnen die reichen Ecuadorianer!

Auf halber Strecke gibt es einen Kreisverkehr an dem man links nach Playas abbiegen muß. Geradeaus geht es nach Salinas. Dahin sind es  ca150km, es ist neben Playas der wichtigste Badeort für die Bewohner von Guayas. Beide sind in der Urlaubszeit total überfüllt, außerhalb der Saison aber öde und Menschenleer! Kurz vor Salinas muß man sich noch einmal links halten, rechts geht die Straße weiter die Küste rauf. Sie heißt ab da "Routa del Sol". Links geht es weiter, vorbei an armseligen Hütten, einfachen Häusern, zwischendurch noch freie Grundstücke, natürlich zugemüllt, bis Salinas erreicht ist.

Wir aber fuhren am Kreisverkehr links nach Playas. Die Straße wird ab da zweispurig, schlechter, die Gegend noch öder!

Mittagspauseöde Landschaft

Unterwegs machten wir eine Pause und gönnten uns ein preiswertes Mittagessen, 2,30$ oder so..

In Playas angekommen, fuhren wir nach osten die Küste entlang bis Posorja, ein verschlafenes Städtchen und dann wieder zurück. Unterwegs bogen wir zum Strand ab und machten eine Pause am menschenleeren Strand. Nur ein Esel leistete uns in einer der Bambushütten Gesellschaft.

leerer Stranddito

Endlich in Playas angekommen, suchten wir uns ein günstiges, sauberes Hotel.

Das war einfacher gesagt als getan. Ich schickte meine Frau voraus, damit der Hotelier nicht 150% Gringozuschlag erhebt. Die Zimmer kosteten aber alle ab 20$ aufwärts. Für ein einfaches DZ, mit Dusche und WC, kein Balkon, kein Meerblick...teuer!

Dafür konnten wir uns das Zimmer aussuchen, die Hotels waren alle fast leer! Nachdem wir die Oro entladen und sicher im Hof geparkt hatten, suchten wir ein billiges Restaurant. Auch das war nicht zu finden, das billigste kostete 2,50$, Vorspeise Fischsuppe, Reis mit etwas gegrilltem Fisch und Gemüse. Dazu ein Glas Saft. Geschmacklich Ok, die Portion für einen hungrigen Gringo zu klein, aber das ist in einheimischen Lokalen so üblich. Einheimische bekommen auch keine größeren Portionen. Danach spazierten wir noch ein bisschen durch den Ort und an der Playa zurück zum Hotel. Der Ort war öde und menschenleer.Nach einer unruhigen Nacht, bei der wir feststellten, das der Moskitoschutz lückenhaft war, frühstückten wir im Ort, eine Tasse Nescafé und Pan, danach Spaziergang am leeren Strand! Nach dem Mittagessen in einem Comidor am Strand und einer kleinen Pause machten wir uns auf den Rückweg, drei Stunden Fahrzeit für die Rückfahrt waren großzügig kalkuliert und so kamen wir auch noch tagsüber nach Guayas zurück, konnten sogar das Mopped beim Händler abgeben für die erste Inspektion. Der Mechaniker guckte ganz ungläubig, als wir ihm sagten es wäre noch nichts kaputt gegangen. Bis auf die Plastikverkleidung vom Tank! Diese Kleinigkeit konnte der Mechaniker im 3. Anlauf reparieren, nachdem ICH ihm gesagt hatte, er solle doch ein Lochblech nehmen.